eikones Nationaler Forschungsschwerpunkt (NFS) Bildkritik (2005-2017)

Der Nationale Forschungsschwerpunkt "Bildkritik" (eikones) befasst sich mit einer der grossen kulturellen, sozialen und wissenschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart: der Macht und Bedeutung von Bildern. Die digitale Revolution hat eine bildgestützte Gesellschaft hervorgebracht. In noch nie da gewesener Weise benützen wir Bilder für die universelle Kommunikation und als Instrumente der Forschung und Wissensvermittlung. Das Wissen um Besonderheiten, Funktion und Macht der Bilder hat mit dieser Entwicklung jedoch nicht Schritt gehalten. eikones schliesst diese Lücke und schenkt ihnen die Aufmerksamkeit, die sie verdiene  – eine Aufmerksamkeit, die der Sprache schon seit Jahrhunderten zukommt.

Bilderfahrzeuge. Aby Warburg's Legacy and the Future of Iconology

Der interdisziplinär ausgerichtete, in Basel (Kunsthistorisches Seminar), Berlin (Humboldt-Universität), Florenz (Kunsthistorisches Institut), Hamburg (Warburg-Haus), London (Warburg Institute) und Paris (Deutsches Forum für Kunstgeschichte) situierte Forschungsverbund „Bilderfahrzeuge. Aby Warburg’s Legacy and the Future of Iconology“ rekurriert auf den durch den deutschen Kunst-und Kulturhistoriker Aby Warburg geprägten Begriff des "Bilderfahrzeuges", mit dem dieser sich in der bildenden Kunst formal artikulierende Kotinuitäten zwischen Antike und Renaissance aufzuspüren und zu fassen suchte. Mit seinem berühmten Bilderatlas war es Warburg gelungen, diese durch Zeit und Raum hinweg mobilen Phänomene zu visualisieren und nachvollziehbar zu machen.

Mit Warburgs wohl bekanntestem Schüler Erwin Panofsky verbunden, erweist sich dessen Ikonologie gleichsam als Ausgangspunkt einer neuen, genuin transkulturellen und transepochalen intellektuellen Methode zur Erforschung einer Bildgeschichte, die auch aufgrund der das heutige Leben prägenden visuelle Kultur ihre Bedeutung gesteigert sieht. In diesem Zusammenhang besteht das Ziel in der Erforschung der Wanderung von Bildern, Objekten, Gütern, Texten und Ideen in einem weiten historischen und geografischen Kontext. Die Sprecherfunktion des Forschungsverbundes hat Prof. Dr. Andreas Beyer (Basel) inne. (Vgl. www.http://iconology/hypotheses.org/).

Basler Renaissancekolloquium

Das Basler Renaissancekolloquium wird – getragen vom Historischen Seminar (Susanna Burghartz, Lucas Burkart) und vom Kunsthistorischen Seminar (Andreas Beyer) – als interdisziplinäres Kolloquium im Rahmen der «Graduate School of History - Basel» veranstaltet.

Das Kolloquium wurde 2005 auf Initiative von Susanna Burghartz, Achatz von Müller und Andreas Beyer an der Universität Basel als überregional ausgerichtetes Diskussionsforum eingerichtet. Es bietet mit zwei thematisch ausgerichteten Veranstaltungen pro Semester Gelegenheit zum interdisziplinären Gespräch zwischen allen Disziplinen, die an historischen Transformationsprozessen, Fragen der Traditionsbildung und an der Konstruktion historischer Typologien interessiert sind.

Im Zentrum unseres Interesses steht die Renaissance als doppelgesichtiger Projektionsraum: Als Epochenkonzept wie als Reflexionskategorie, als Zeitraum, in dem wir den Beginn der Moderne lokalisieren und zugleich seine ständig wachsende Fremdheit konstatieren, aber auch als Chance, die für die historischen Wissenschaften zentrale Epochengrenze zwischen Mittelalter und Neuzeit zu dynamisieren. Aus materiellen wie wissenschaftsgeschichtlichen Gründen liegt dabei für Basel eine Fokussierung auf das 14. bis 17. Jahrhundert nahe.

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Synagonismus in den Bildenden Künsten

Der gemeinsam von Markus Rath (Oberassistent Frühe Neuzeit, Uni Basel), Yannis Hadjinicolaou (Humboldt-Universität zu Berlin; aktuell Lehrbeauftragter am Kunsthistorischen Seminar der Uni Basel) und Joris van Gastel (Bibliotheca Hertziana, Rom) bei der DFG eingereichte Antrag für ein wissenschaftliches Netzwerk zum „Synagonismus in den Bildenden Künsten“ wurde zur Förderung angenommen. Das Netzwerk sucht das produktive Zusammenspiel von Malerei, Skulptur und Architektur in der Frühen Neuzeit grundlegend zu erforschen.  
Neben den drei Sprechern sind als NachwuchsforscherInnen in das Netzwerk eingebunden: Isabella Augart (Universität Hamburg), Lena Bader (DFK, Paris), Helen Boeßenecker (Universität Bonn), Danica Brenner (Universität Trier), Franz Engel (HU Berlin), Sandra Hindriks (Universität Konstanz), Fabian Jonietz (KHI Florenz), Jasmin Mersmann (IKKM, Weimar), Elizabeth Petcu (LMU, München), Jaya Remond (MPI für Wissenschaftsgeschichte, Berlin) sowie Maurice Saß (Universität Hamburg).